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NEUMARKT (tr) — „Wahnsinnig schnell, spektakulär und torreich“ sei
der neue Sport, dazu eine „Riesengaudi“: Der Neumarkter Christian Graf,
Pionier des Rollersoccers in Deutschland, rührt für den neuen Trend
„Fußball auf Inline-Skates“ kräftig die Werbetrommel.
Rollersoccer ist ein Spiel, fünf gegen fünf, wobei der letzte Mann
gleichzeitig der Torhüter ist. Gespielt wird auf einem
Inline-Hockey-Feld, Alternativen sind Sporthallen oder Parkplätze.
Aus Kalifornien
„Als ich mit der Idee zu meinen Kumpels gekommen bin, konnte sich
zunächst niemand vorstellen, wie das mit dem Schießen gehen soll.
Mittlerweile sind sie alle begeistert“, so Graf.
Wie so viele andere Trendsportarten auch kommt Rollersoccer aus
Kalifornien. Als Graf vor zwei Jahren sein Praktikum in den Staaten
absolvierte, kam er das erste Mal mit dem alternativen Fußballspiel in
Kontakt. Eine Gruppe junger Menschen traf sich dort regelmäßig, um auf
Torjagd zu gehen. Um mitzuspielen brauchte es nicht viel: Ein paar
Skates, gleich welcher Ausführung, und Schutzausrüstung genügen.
Apropos Schutzausrüstung: Von Fußballern weiß man, dass sie nur allzu
verletzungsanfällig sind. Skaten scheint ebenfalls nicht ungefährlich.
Wie steht es dann erst mit der Verbindung aus beidem? — „Ich kann nur
sagen, dass ich mich in den zwei Jahren, in denen ich den Sport nun
schon betreibe, kein einziges Mal verletzt habe“, antwortet Graf.
Blutgrätsche verboten
Was zugegeben mit auch daran liegen mag, dass jegliche Form des
Tacklings und damit auch die (Blut-)Grätsche, verboten ist. Zudem steht
beim Rollersoccer eher der Spaß denn der Ehrgeiz, auf Biegen und Brechen
zu gewinnen, im Vordergrund. In Amerika spielten die wahren Könner gar
ohne Schutzausrüstung, so Graf.
„Ich selbst habe zwar früher Fußball gespielt, hatte aber wenig
Erfahrung auf den Rollen“, berichtet Graf von seinen Anfängen. Nach ein
paar Spielen habe er sich aber schon an das neue Gefühl gewöhnt.
Viel Überzeugungsarbeit
Zurück in Deutschland musste Graf erst viel Überzeugungsarbeit leisten.
Nach und nach entwickelte sich in seinem damaligen Studienort aber eine
feste Rollersoccer-Gemeinde. Die Studenten nahmen die Idee von Freising
aus mit in die Heimat und versuchen nun ihrerseits, „Entwicklungshilfe“
zu leisten.
Genau das möchte ich auch hier in Neumarkt erreichen“, so Graf. Ein
regelmäßiger Trainings- und Spielbetrieb auf dem für Rollersoccer
perfekt geeigneten Inline-Hockey-Feld auf dem Volksfestplatz ist sein
Ziel. Von einem richtigen Training zu sprechen sei allerdings
übertrieben. Ballführung und Pass-Spiel sei zwar schon wichtig, im
Rollersoccer hieße das Motto aber eher „Learning by doing“. Im Winter,
so hat es Graf vor, soll in den Sporthallen gespielt werden — wenn es
denn erlaubt wird.
30 bis 40 aktive Rollersoccer gibt es derzeit in Deutschland, von all
denjenigen, die den Sport spaßeshalber ausprobiert haben, einmal
abgesehen. Dennoch spricht Graf schon von einer deutschen Meisterschaft,
die es in Zukunft geben soll.
Eine Weltmeisterschaft wurde immerhin schon durchgeführt. Acht
Mannschaften trafen sich in London, um den World-Cup auszuspielen. Graf
war mit seinen Mannen, verstärkt von einer Gruppe aus Niedersachsen, mit
von der Partie. Sogar mit großem Erfolg: Die Deutschen holten den
Vize-Titel.
„Leute begeistern“
An Verbandsstrukturen oder Gründung einer Abteilung mit Anschluss an
einen Sportverein will Graf dennoch nicht denken. „Ich will erst einmal
die Leute begeistern, dann sehen wir weiter“, meint er.
Angesprochen, sich Graf anzuschließen, seien all diejenigen, die
einigermaßen Skaten und mit dem Ball umgehen können. „Fußballer, das hat
sich auch bei der WM gezeigt, haben schon einen Vorteil“, gibt Graf zu.
Interessenten könnten sich bei ihm unter biograf@onlinehome oder bei
seinem Partner Andreas Schmid unter andi.schmid@onlinehome.de melden.
Die Homepage www.rollersoccer.de informiert zusätzlich.
Allerdings sollten die Interessenten schon einigermaßen fit sein.
„Gerade weil das Spiel so schnell ist, kommt man auch schon mal richtig
ins Schwitzen“, so Graf. |