Rollersoccer kann auch zur wahren Leidenschaft werden
Christian Graf in Amerika infiziert und mit Deutschland Weltmeister
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REGENSBURG. Eigentlich konnte ich gar nicht richtig Inlineskaten, sagt Christian Graf und liefert gleich die Begründung für seine Leidenschaft zum Rollersoccer nach, mit der er sich während eines Studienaufenthalts vor fünf Jahren in den USA infizierte. Am besten lernst du Inlinen auf spielerische Art. Und ich hatte so richtig Spaß nur dann, wenn ich mit einem Fußball auf Rollen kickte. Seit seiner Rückkehr aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten versucht der derzeit im Regensburger Biopark beschäftigte Neumarkter, der Biotechnologie in Weihenstephan studierte, Interessenten für diese auf den ersten Blick exotische Sportart zu gewinnen, die vor zehn Jahren in Los Angeles zufällig erfunden wurde.
Wenn wir zu viert am Mittwoch (ab 17.30 Uhr) auf dem Uni-Sportgelände zu Gange sind, schaut der eine oder andere zwar interessiert her. Aber mitmachen will doch keiner. Dabei ist sich Christian Graf, der die Zahl der deutschen Rollersoccer-Spieler auf etwa 200 schätzt, sicher: Fast alle, die es einmal probiert haben, sind dabei geblieben. Das kann wie eine Droge sein, erzählt er, der bis zum Alter von 20 für den FC Holzheim kickte.
Besonders intensiv genoss kürzlich die um ihn und seinen in Göttingen Studienfreund Andreas Schmid gebildete deutsche Nationalmannschaft bei den zweiten inoffiziellen Weltmeisterschaften im Rollersoccer diese Droge. Beim Festival der Speedskater in London siegte sie vor Holland und den USA. Die eher noch losen Regeln ähnelten denen des Hallenfußballs. Und gespielt wurde mit Bande, was den größten Spaß macht. Allerdings darf der Torwart im einen Meter hohen und drei breiten Gehäuse die Hände nicht benutzen.
Was ständig gefordert ist, ist die volle Konzentration. Und natürlich kann der Ball nicht so elegant wie mit normalen Fußballschuhen behandelt werden. Auch das Schießen (Außenrist, Innenrist, Spitz) erfordert eine gewisse Umstellung. Aber das ist ja das Schöne, dass bei hohem Tempo die Körperbeherrschung spielerisch geschult wird.
Und gespielt werden kann überall: Ob zwei gegen zwei auf Hütchentore auf irgendwelchen asphaltierten Anlagen. Am besten wären wohl Inlinehockey-Plätze, wo dann auch fünf gegen fünf hinter dem Leder hergejagt werden kann. Was der 26-jährige Rollersoccer-Enthusiast bedauert: Weder die Speedskater noch die Inlinehockeyspieler sind derzeit für diesen schönen Sport zu begeistern. Dabei kann es jedem Spaß machen. Dennoch glaubt Christian Graf, dass steter Tropfen den Stein höhlen wird und eines Tages auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern einmal Verbände gegründet werden. Zunächst wäre er schon über Interessenten (Jeder ist willkommen) am Mittwoch-Rollersoccer-Kick im Uni-Sportzentrum froh.


Artikel vom 11.08.2004, 12:36 Uhr